Mit dem Begriff „Stress“ werden negative Erlebnisse der Angst, Spannung, Überforderung, Erschöpfung oder Belastung verbunden. Dabei fungieren sowohl psychische wie auch physische Faktoren als Auslöser. Deshalb ist es sehr sinnvoll, diese Faktoren zu lokalisieren. Oftmals ist es so, dass nicht die Umgebung belastend wirkt, sondern die individuelle Sicht und Interpretation auf die äussren Umstände. Die Wahrnehmung liefert kein fotografisches Abbild der Umgebung, sondern sie sucht sich das aus, was der momentanen Einstellung entspricht. Negative Gedanken lassen einen die Umgebung negativ interpretieren und verstärken die unerfreulichen Gedanken noch weiter. Nicht die Umwelt ruft den Stress hervor, sondern deren subjektive Wahrnehmung und die damit verknüpften negativen Gedanken. Es hat deshalb keinen Sinn, psychisch bedingten Stress durch körperliche (somatische) Entspannungsübungen abbauen zu wollen (siehe Stressformel nach Martens). Das Gemeinsame an den beiden Formeln ist, das nicht die Umgebung der entscheidende Auslöser für den Stress ist, sondern deren persönliche Interpretation durch Gedanken und den draus resultierenden Gefühlen. Deshalb ist es sehr wichtig, bei Stress, der auf der Basis von negativen Gedankenmustern aufgebaut ist, zuerst auf kognitiver Ebene zu lösen, bevor man die daraus resultierenden körperlichen Phänomene mittels körperlichen Entspannungstechniken wie z.B. Autogenem Training oder Atemübungen bearbeitet.
Kognitive Methoden wären z.B.: Glaubenssätze auflösen, Visualisierungstechniken, Gedankenstopp, Selbstgesprächregulation, hypnotisches Arbeiten etc.